Verfahren: Brünieren

bruenierte spindelDas rein chemische Verfahren Brünieren zählt zu den sogenannten Stahlfärbungen. Der Prozess beinhaltet die Umwandlung der unmit­­tel­baren Stahl­oberfläche in eine recht dichte, festhaftende Eisenoxid­schicht. Die Dicke dieser auch als Konversionsschicht bezeichneten Oberfläche bewegt sich bei etwa 1 µm, weswegen die so bearbeiteten Werkstücke weitestgehend maßhaltig bleiben. Die Brünierschicht besteht aus Mischoxiden des Eisens, die in der Wertigkeitsstufe II und III vorliegen (FeO und Fe2O3). HATTLER setzt zum Brünieren eine stark alkalische, siedende Lösung mit Zusatz von Oxidationsbeschleunigern ein. Die so erzeugten Schichten sind oftmals tiefschwarz gefärbt. Die Intensität der Färbung hängt von der Art des Grundmaterials, dessen Wärmebehandlung, seiner mechanischen Vorbehandlung, aber auch von der Zusammensetzung und Betriebsweise der verwendeten Brü­nierlösung ab. In gewissem Maße vermag die Brünierschicht daher auch dekorative Ansprüche zu erfüllen, wobei ihre hohe Biege- und Abriebfestigkeit weitere Vorzüge darstellen. Der Korrosionsschutz der beim Brünieren gebildeten Schicht ist aufgrund der Porosität des dünnen Oxidfilmes nicht sonderlich hoch. Er lässt sich jedoch durch nachträgliches Beölen oder Befetten deutlich verbessern, weswegen unbehandelte Brünierschichten bei HATTLER nur in Ausnahmefällen hergestellt werden. Die Beölung erzeugt einen mit der Zeit abtrocknenden, dünnen Flüssigkeitsfilm, der die so bearbeiteten Produkte auf Transportwegen und / oder bei der Innen-Zwischenlagerung vor Korrosion schützt. Es muss aber betont werden, dass Brünierschichten hinsichtlich der Korrosionsfestigkeit generell nicht mit galvanischen Verfahren wie bspw. dem Verzinken konkur­rieren können, sondern lediglich einen temporären Schutz darstellen! Wird die Beölung erneuert, bspw. bei mit Öl arbeitenden Maschinen­baukonstruktionen, kann die Schutzwirkung lange erhalten bleiben.


Einige technische Daten:

  • Temperaturbeständig bis ca. 300 °C
  • IMDS-ID-Nummer: 1594857 / 1
  • Arbeitstemperatur etwa 140 °C, dadurch geringer Verzug des Bauteils

Vorteile zusammengefaßt:

  • Tiefschwarzes, strukturloses Aussehen
  • Sehr maßhaltig
  • Geeignet für alle un- und niedriglegierten Bau- und Vergütungsstähle (z. B. ST 37, C 45, C 60, 42 Cr Mo 4)
  • Keine Beeinträchtigung der magnetischen Eigenschaften des Grundmaterials

Normative Erwähnung:
DIN 50938; verschiedene Werksnormen

Anwendungsbeispiele:
Werkstücke, die mit einem dekorativ schwarzen Überzug temporär vor Korrosion geschützt werden sollen.
Typische Einsatzgebiete von Brünierschichten liegen im Automobil-, Maschinen- und Werkzeugbau. Eine speziellere, bei HATTLER i. d. R. nicht ausgeübte Anwendung ist das Brünieren von Handfeuerwaffen.


Anm.: Die hier angegebenen Informationen und Daten beziehen sich auf bei HATTLER angewendete Verfahren, erheben keinen Anspruch auf Vollständig- / Richtigkeit und dienen als unverbindliche Richtwerte.

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